Hötensleben
eine DDR Ortschaft direkt an der innerdeutschen Grenze
Home > BGS > Hötensleben > aktuelle Seite: Die Sperranlagen von Hötensleben
Seite erstellt: 08.03.2010
Letzte Änderung: 08.03.2010
|
|
|||
|
Hötensleben - eine eingemauerte DDR Ortschaft direkt an der innerdeutschen Grenze |
|||
|
Die Sperranlagen von Hötensleben |
|||
|
|
|||
|
Der Bau der Grenzanlagen begann 1952. Als erstes sollten Orte wie Hötensleben gesichert werden, die unmittelbar an der Grenzlinie lagen. Hier wurde von einem Tag auf den anderen ein zehn Meter breiter geeggter Streifen angelegt. Er hieß von Beginn an „Todesstreifen“. An seinem Westrand wurde ein Stacheldrahtzaun errichtet. Außerhalb des Ortes gab es zu diesem Zeitpunkt noch keinen Zaun und auch keine Posten. Gleichzeitig wurde das „Sperrgebiet“ eingerichtet. Wie ging der Grenzausbau nach 1952 weiter? In den Folgejahren wurden dann Beobachtungstürme gebaut. Der Schießbefehl war stets vorhanden. Nach 1961 wurde die gesamte Grenze auf Befehl der Sowjetunion mit einer Doppelreihe von Stacheldrahtzäunen gesichert. Zwischen die Doppelreihen wurden 1962 im Bereich Hötensleben Minen verlegt. Alle zwei Meter lag im Zickzack eine Holzkasten-Mine im Boden. Der Deckel stand leicht offen, darüber lag Erde. Die Mine löste aus, sobald der Deckel herunter gedrückt wurde. Die erste Mauer wurde 1972 in Hötensleben gebaut, zeitgleich wurde auch der Signalzaun errichtet. Direkt hinter den Häusern stand eine drei Meter hohe Sichtblendmauer, dahinter lag ein zwei Meter breiter, beleuchteter Spurensicherungsstreifen. Dann folgte der 2,40 Meter hohe Zaun aus Streckmetall und Signaldrähten, die bei Kontakt sofort Alarm auslösten. Dahinter lagen eine Hundelaufanlage und das „Sicht- und Schussfeld“, ebenfalls mit Lichttrasse. Dieses Feld konnte von den Beobachtungstürmen auf dem Hügel und unten an der Straße eingesehen werden. Westwärts schloss sich der Kolonnenweg an, dann ein sechs Meter breiter Spurensicherungsstreifen, die Stahlhöcker und die 3,40 Meter hohe Grenzmauer. Auf der Mauer waren Rohre montiert, die es unmöglich machten, sich hochzuziehen. Es folgte ein scharfkantiger Grenzzaun, dann das „vorgelagerte Hoheitsgebiet“, und erst dahinter verlief die Grenzlinie im Bach. 1978 war dann der Zustand erreicht, den man heute noch sieht.
In Hötensleben bestand die Besonderheit, dass der Schutzstreifen zwischen Ort und Grenzlinie an einer Stelle nur 35 Meter breit war. Normalerweise musste er mindestens 500 Meter breit sein. Deshalb ist hier besonders viel zu sehen.
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
| Die Grenzsperranlagen um Hötensleben | |||
![]() |
|||
|
Stand: 31.12.1986 |
|||
|
BGS Meldepunkte |
|
|
|
|
172 Fährturm 173 ehemalige Bahnlinie GÜP Grenzübersichtspunkt |
|||
|
|
|||
|
Beobachtungstürme/Bunker/Hundelaufanlagen/Lichtsperren |
|
|
BT (rund) |
O-Hang der Hötenslebener Kippe nördl. HÖTENSLEBEN |
|
BTv4x4 |
Hötenslebener Kippe |
|
BT (rund) |
Am W-Rand HÖTENSLEBEN im ersten Auebogen S der Straße SCHÖNINGEN-HÖTENSLEBEN |
|
BTv2x2 |
Ehem. Bahnlinie Hötensleben |
|
BT Holz |
Am Nordostrand von Hötensleben |
|
Betonbunker am SSZ |
Nördl. Hötensleben |
|
2 Betonbunker am SSZ |
NW-Rand Hötensleben |
|
Betonbunker am SSZ |
SW Hötensleben |
|
Betonsperrmauer |
NW bis W Hötensleben vor dem Ortsrand Hötensleben jenseits des SSZ / 700 m |
|
Betonsperrmauer |
NW bis W Hötensleben; die Mauer ist rechts und links an der eMGZ angeschlossen / 950 m |
|
Hundelaufanlage |
von NW-Rand Hötensleben Richtung Norden im modifizierten Schutzstreifenzaun / 2.300 m / - 23 Hunde - |
|
Schutzstreifenzaun |
modifizierter SSZ im gesamten Hötensleber Bereich weiter Richtung Süden bis zur "Stohpresse" gegenüber Söllingen und Richtung Norden bis Pottkuhlenweg (Bahnlinie Helmstedt-Marienborn/DDR) auf Gesamtlänge von 20.950 m. |
|
Lichtsperren |
31 Peitschenlampen rückwärts bKW, vorwärts der Ortschaft Hötensleben / 800 m |
|
Lichtsperren |
23 Lampen an Halterungen an der Betonsperrmauer SW-Rand Hötensleben / 600 m |
|
Lichtsperren |
10 Lichtmasten mit runden Leuchten rückw. Sperrmauer am SW-Ortsrand Hötensleben / 150 m |
|
Durchlass |
An der Mauer |
|
Durchlass |
SW Hötensleben |
|
Grenzkompanie Hötensleben |
am südlichen Ortsrand |
|
|
|
|
|
Luftaufnahme von Hötensleben mit den Sperranlagen der DDR von hinten nach vorn: Schutzstreifenzaun, BT4, K6, Kolonnenweg, Sperrmauer, einfacher Metallgitterzaun, (dahinter Hundelaufanlage). Grenzverlauf = Bachmitte der Schöninger Aue. (Foto Hubert Albertz) |
|
Die Grenzkompanie Hötensleben am südlichen Ortsrand gelegen |
![]() |