Hötensleben

eine DDR Ortschaft direkt an der innerdeutschen Grenze

 

 

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Seite erstellt: 08.03.2010

Letzte Änderung: 21.06.2018


BilddokumentationSperranlagenZeitungsartikelDer FährturmGrenzöffnungGrenzdenkmal


Hötensleben - eine eingemauerte DDR Ortschaft direkt an der innerdeutschen Grenze

Die Sperranlagen von Hötensleben


Der Bau der Grenzanlagen begann 1952. Als erstes sollten Orte wie Hötensleben gesichert werden, die unmittelbar an der Grenzlinie lagen. Hier wurde von einem Tag auf den anderen ein zehn Meter breiter geeggter Streifen angelegt. Er hieß von Beginn an „Todesstreifen“. An seinem Westrand wurde ein Stacheldrahtzaun errichtet. Außerhalb des Ortes gab es zu diesem Zeitpunkt noch keinen Zaun und auch keine Posten. Gleichzeitig wurde das „Sperrgebiet“ eingerichtet.

Wie ging der Grenzausbau nach 1952 weiter?

In den Folgejahren wurden dann Beobachtungstürme gebaut. Der Schießbefehl war stets vorhanden.

Nach 1961 wurde die gesamte Grenze auf Befehl der Sowjetunion mit einer Doppelreihe von Stacheldrahtzäunen gesichert. Zwischen die Doppelreihen wurden 1962 im Bereich Hötensleben Minen verlegt. Alle zwei Meter lag im Zickzack eine Holzkasten-Mine im Boden. Der Deckel stand leicht offen, darüber lag Erde. Die Mine löste aus, sobald der Deckel herunter gedrückt wurde.

Die erste Mauer wurde 1972 in Hötensleben gebaut, zeitgleich wurde auch der Signalzaun errichtet.

Direkt hinter den Häusern stand eine drei Meter hohe Sichtblendmauer, dahinter lag ein zwei Meter breiter, beleuchteter Spurensicherungsstreifen. Dann folgte der 2,40 Meter hohe Zaun aus Streckmetall und Signaldrähten, die bei Kontakt sofort Alarm auslösten.

Dahinter lagen eine Hundelaufanlage und das „Sicht- und Schussfeld“, ebenfalls mit Lichttrasse. Dieses Feld konnte von den Beobachtungstürmen auf dem Hügel und unten an der Straße eingesehen werden. Westwärts schloss sich der Kolonnenweg an, dann ein sechs Meter breiter Spurensicherungsstreifen, die Stahlhöcker und die 3,40 Meter hohe Grenzmauer. Auf der Mauer waren Rohre montiert, die es unmöglich machten, sich hochzuziehen. Es folgte ein scharfkantiger Grenzzaun, dann das „vorgelagerte Hoheitsgebiet“, und erst dahinter verlief die Grenzlinie im Bach.

1978 war dann der Zustand erreicht, den man heute noch sieht.

 

In Hötensleben bestand die Besonderheit, dass der Schutzstreifen zwischen Ort und Grenzlinie an einer Stelle nur 35 Meter breit war. Normalerweise musste er mindestens 500 Meter breit sein. Deshalb ist hier besonders viel zu sehen.

 


 
Die Grenzsperranlagen um Hötensleben

Stand: 31.12.1986

BGS Meldepunkte

 

 

 

172 Fährturm 173 ehemalige Bahnlinie GÜP Grenzübersichtspunkt


 

Beobachtungstürme/Bunker/Hundelaufanlagen/Lichtsperren

BT (rund)

O-Hang der Hötenslebener Kippe nördl. HÖTENSLEBEN

BTv4x4

Hötenslebener Kippe

BT (rund)

Am W-Rand HÖTENSLEBEN im ersten Auebogen S der Straße SCHÖNINGEN-HÖTENSLEBEN

BTv2x2

Ehem. Bahnlinie Hötensleben

BT Holz

Am Nordostrand von Hötensleben

Betonbunker am SSZ

Nördl. Hötensleben

2 Betonbunker am SSZ

NW-Rand Hötensleben

Betonbunker am SSZ

SW Hötensleben

Betonsperrmauer

NW bis W Hötensleben vor dem Ortsrand Hötensleben jenseits des SSZ / 700 m

Betonsperrmauer

NW bis W Hötensleben; die Mauer ist rechts und links an der eMGZ angeschlossen / 950 m

Hundelaufanlage

von NW-Rand Hötensleben Richtung Norden  im modifizierten Schutzstreifenzaun / 2.300 m / - 23 Hunde -

Schutzstreifenzaun

modifizierter SSZ im gesamten Hötensleber Bereich weiter Richtung Süden bis zur "Stohpresse" gegenüber Söllingen und Richtung Norden bis Pottkuhlenweg (Bahnlinie Helmstedt-Marienborn/DDR) auf Gesamtlänge von 20.950 m.

Lichtsperren

31 Peitschenlampen rückwärts bKW, vorwärts der Ortschaft Hötensleben / 800 m

Lichtsperren

23 Lampen an Halterungen an der Betonsperrmauer SW-Rand Hötensleben / 600 m

Lichtsperren

10 Lichtmasten mit runden Leuchten rückw. Sperrmauer am SW-Ortsrand Hötensleben / 150 m 

Durchlass

An der Mauer

Durchlass

SW Hötensleben

Grenzkompanie Hötensleben

östlich des Ortes

 

 

 

Luftaufnahme von Hötensleben mit den Sperranlagen der DDR von hinten nach vorn:

Schutzstreifenzaun, BT4, K6, Kolonnenweg, Sperrmauer, einfacher Metallgitterzaun, (dahinter Hundelaufanlage).

Grenzverlauf = Bachmitte der Schöninger Aue.

(Foto Hubert Albertz)

 

Die Grenzkompanie Hötensleben östlich des Ortes gelegen